Guatepe und Medellin

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Bogota. Kaum bin ich eingeschlafen heute Nacht, klopfte es an den Bus. Die Polizei war draussen. Sie meinten, das ich hier nicht übernachten könnte. Ich erkläre Ihnen das ich 10.000 Pesos für die Übernachtung bezahlt habe. Sie waren nicht überzeugt. Da zeigte ich Ihnen den I-Overlander App wo der Platz als Nachtplatz ausgewiesen war. Nun diskutierten Sie was zu tun sei. Sie machten Fotos vom Auto und von meinem Reisepass und ließen mich doch übernachten. In der Früh um 6 Uhr war der Parkplatz wieder voll. Da Feiertag ist, waren jede Menge Leute in Jogginghosen die den Berg rauf laufen wollten. Um 7 Uhr fuhr ich in den Stadtteil Candelaria, der den Altstadtkern von Bogota darstellt und der viele Touristen und Hostels beherbergt. Ich wollte in das Gold Museum, was leider am Feiertag geschlossen war. Dafür war am Tag der Arbeit jede Menge Kundgebungen und Protestmärsche von Gerwerkschaften die am Platz Bolivar zusammenliefen. Den ganzen Tag lief ich durch die Stadt und schaute mir viele schönen historsche Bauten an. Abends musste ich mein Auto noch mal umparken, weil mein Parkplatz keine Übernachtung dort ermöglichte. Abends ging ich noch mal aus und was essen. Wobei beim zurück gehen mir einige düstere Gestalten entgegen kamen.

Der Parkplatz hat einen Wächter und sollte sicher sein. Hoffe ich mal.

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San Francisco 50 km nordwestlich von Bogota. Die Nacht über hat es geregnet. In der Früh ging ich zum Gold-Museum. Das größte weltweit seiner Art mit über 34.000 Exponaten. Die indigenen Völker Kolumbiens, Süd- und Mittelamerica haben schon seit einigen Tausend Jahren die Goldverarbeitung beherrscht. Es ist somit auch eine Reise zurück in die Zeit der Urbevölkerung und deren Geschichte. Als die Spanier ankamen sahen Sie den Reichtum der Indianer und haben viele von Ihnen kurzerhand abgemurkst. Nach dem Goldmuseum ging ich noch in das Museum „Casa de la Indipendencia“ Unabhängikeitshaus und anschließend noch ins Museum Botero. Dort waren neben Botero selbst Chagall, Miro, Picasso sowie viele Andere ausgestellt. Um ca. 15:30 Uhr brach ich auf Richtung Medillin. Bogota war jedoch dem Verkehrsinfakt erlegen und somit brauchte ich für die ersten 15 km 2 Std. Bei I-Overlander suchte ich mir einen netten Campingplatz in San Francisco was nur noch auf 1800 m Höhe liegt und somit langsam wärmer wird. Es war ein sehr schöner aufgeräumter Campingplatz mit Pool, wobei mir das Wasser doch etwas zu kalt erschien.

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Cocorna. Auf dem Weg Richtung Medellin ging ich einkaufen und was essen. Da kamen plötzlich Lukas und Amber mit Lukas Mutter zu mir. Sie haben mein Auto gesehen und angehalten. Wir tranken einen Kaffee zusammen und ratschten ein bisschen. Sie sagten sie wollen zu dem Adventure Park der in einer Hasienda von Puablo Escoba (einer der größten Kriminellen der Geschichte) untergebracht ist. Als ich auch an dem Park vorbei fuhr, schaute ich kurz hin und fragte, ob man dort auch campen könne. Da dies aber nicht ging fuhr ich weiter. Ich kam heute in 7 Std. Fahrt ca. 300 km weit. Bei strömendem Regen fand ich einen Fernfahrerparkplatz auf dem auch ich übernachtete.

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Guatepe. Es waren nur ca. 50 km aber die hatten es in sich. Das Navi brachte mich anstatt auf einer Straße auf einen Feldweg. Die letzten 23 km ging es von 180 Höhenmeter wieder auf 1800 Höhenmeter und es wechselte der Untergrund von Kies auf Schlamm, bis zu groben Steinen. So das ich über 2,5 Std. brauchte. Die Gegend um Guatepe ist geprägt durch den künstlich gefluteten See, der die ganze Gegend mit Strom versorgt. Es steht auch ein großer Monolit in der Landschaft. Der Ort Guatepe hat eine eigene Identität. So ist in dem 4200 EW Dorf die Frabenpracht der Häuser mit Ihren einzigartig gestalteten Sockeln zu bestaunen. Jedes Haus hat durch Fussballspielende Kinder sowie durch das Picken der Hühner an den Häusersockeln die Bewohner ermutigt die Häusersockeln so individuell zu gestalten, das kein Junge mehr einen Ball dagegen schießst und kein Huhn mehr dagegen pickt. Nebenbei ziehen die Häuserfronten auch Touristen an. Als ich in den Ort fuhr, liefen zwei Leute über die Straße von denen ich das dringende Gefühl hatte die zu kennen. Es waren Helen und Matt. Ich kannte Sie von dem Segelturn von Panama nach Kolumbien. Wir verabredeten uns Abends auf ein Bier, wobei es doch mehrere wurden.

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Medellin. Auf der Fahrt von Guatepe nach Medellin habe ich zwei Anhalter mitgenommen. Einen Franzosen und einen Kolumbianer. Sie gaben mir dafür ein selbstgemachtes Getränk. Einen mit Pilzen fermentierten Himbeersaft. Schmeckte a bissl seltsam, aber sie meinten Sie verkaufen es als Gesundheitstrank. Medellin ist wieder eine Großstadt mit 3 Mio. Einwohner. In dem realaxtem Stadtteil Poblado parkte ich mein Auto auf einem bewachtem Parkplatz. Dort ließ ich auch gleich mein Auto waschen. Wobei 4 Leute gleichzeitig dran gearbeitet haben. Nun ist der Schlamm wieder weg. Leider schließt der Parkplatz um 24 Uhr, so das ich den Samstag Abend nicht ganz lang ausgehen kann. Medellin gilt als kulturelles Zentrum, mit den stolzesten Einwohnern. Das Nachtleben hier ist der Hammer. Es waren so viele Leute auf der Straße, die sich alle vergnügt haben. Eine Kneipe reihte sich an die andere mit Discos dazwischen Live Musik. Ich habe das Gefühl hier wird gefeiert, bis es hell wird.

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Medellin. Da mein schöner zentraler Nachtparkplatz Montags schon um 17 Uhr zu macht, und ich dann das Auto nicht mehr verlassen kann, bin ich umgezogen. Zum Arthostel. Ich habe den Sonntag genutzt um ausgiebig mit Michaela zu skypen. Auf der anderen Straßenseite fragte mich ein Deutscher, ob ich tatsächlich aus Dachau komme, denn er kommt aus Kleinberghofen, was im Landkreis Dachau liegt. Ich machte mit den Engländern Matt und Helen aus, das wir uns um 18:30 Uhr treffen um zum Fussballspiel zu fahren. Vorher ging ich noch spazieren und was essen. Da bekam ich eine Whatsapp von Omar mit einem Foto von unseren beiden Fahrzeugen nebeneinander. Das ist ja stark, mit denen habe ich mein Auto verschifft. Ich kam zurück zum Parkplatz und ratschte ein bisschen, wo Sie entlang gefahren sind. Dann fuhr ich mit Matt und Helen per Metro zum Fussballspiel. Es waren 18.000 Besucher im Stadion, somit war es ungefähr halb voll. Der hiesige Verein Atletico hatte viele Fans mit Musikinstrumenten die die vollen 1,5 Std. spielten und Ihre Fahnen wehten. Als wir zurück kamen tranken wir mit Omar noch ein Bier im Bus.

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Medellin. In dem Hostel gibt es eine Dusche mit warmen Wasser, was ich sehr genoss. Mit Matt und Helen fuhr ich zum Park Arvi, wobei wir leider an der 2ten Seilbahn nicht weiter kamen, weil diese ohne Begründung heute nicht offen war. Es wurde uns gesagt, das die morgen wieder gehen würde. Wir gingen noch einkaufen, dann verabschiedeten sich die beiden, weil sie mit dem Bus weiter Richtung Süden fuhren. Ich ging ein bisschen um den Parque Poblado spazieren und was Essen. In dem Restaurante war die Empfehlung Schweinebraten mit Kartoffeln. Leider habe ich Zahnweh, so das ich bedenken wegen der Kruste hatte und aß lieber Fisch. Abends ratschte ich mit Omar und Chatty ob wir morgen die Grafity Tour machen wollen.

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Medellin. Vormittags bin ich mit der Metro und 2 verschiedenen Luftseilbahnen zum Parque Arvi gefahren. Besonders interessant fand ich die Seilbahnen. Dies ist eine seltene öffentliche Transportmöglichkeit und habe ich hier in Kolumbien so nicht erwartet. Die erste Bahn ging über 3 Stationen Hügel hinauf über die Dächer von den ärmeren Bevölkerungsschichten. Die 2te Seilbahn stieg über 1000 Höhenmeter und noch einiges an Strecke über ca. 20 Minuten über die Stadtgrenze hinaus über einen Wald hinweg, so das nur noch Vogelgezwitscher zu hören war. Nachmittag habe ich den kostenlosen Zippy Grafity Stadtrundgang gemacht. Laura, die hier aufgewachsen ist, hat uns durch Ihren Stadtteil Comune 13 geführt. Medellin war Ende der 90 er, Anfang 2000 die gefährlichste Stadt der Welt. Es gab viele Morde. Der weltweit bekannteste Kriminelle Puablo Escobar hat hier regiert. Dieser ließ im Laufe seiner Zeit über 38.000 Menschen ermorden. Er bezahlte Jugendliche dafür das diese Polizisten umbringen. Es wurden 420 Polizisten ermordet, so das diesen Stadtteil keine Polizei mehr betrat. Richtig schlimm wurde es für die Bewohner erst erzählte Laura, als Puablo Escobar 1993 von der Polizei erschossen wurde. Dann kamen paramilitäre Gruppen und Guerilla Truppen die sich gegenseitig bekämpften, was die meisten Todesopfer in der zivilen Bevölkerung kostete. 2003 Setzte die Regierung das Militär mit 2 Kampfhubschraubern ein um den Stadtteil mit seinen 160.000 EW unter Kontrolle zu bringen. 10 Einsätze lang konnte kein Erfolg verzeichnet werden. Dann suchte das Militär Kolaboranten in der Bevölkerung und der 11 Einsatz brachte Erfolg. Seit dieser Zeit wurden jedoch noch über 3000 Menschen vermisst, wobei die Leute vermuten das Einwohner von den Guerilla Truppen verschleppt, ermordet und zertrennt wurden und in den umliegenden Hügeln unter dem Müll begraben wurden. Leider hat die Regierung kein Geld und Interesse dieses aufzuklären. Deutschland hat hier ein Entwicklungshilfeprojekt gestartet und für 3 Mio € Rolltreppen bauen lassen, um die oberen Häuser leichter erreichbar zu machen. Heute sind die Bewohner stolz darauf ein relativ sicherer Stadtteil zu sein und sie pflegen Ihre Kultur und Kunst mit Wandgemälden und Musik. Abends ging ich mit Omar noch ein paar Bierchen trinken und setzen noch einen Weizensauerteig an, weil er gerne bäckt.

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Medellin. Um 8:50 Uhr war Treffpunkt für die Stadterkundung zu Fuß. Juliana war die Führerin und sie sprach perfekt Englisch. Diese Führungen werden ausschließlich in Englisch angeboten, weil dann die Passanten nicht verstehen können was mitgeteilt wird. Denn es gibt noch viele Tabuthemen wie Drogen und Politik über die man nicht offen sprechen sollte. Die Führung dauerte 4 Stunden und wir sahen viele Sehenswürdigkeiten im Zentrum. Juliana erzählte wirklich viel über die Geschichte und die aktuelle Entwicklung von der gefährlichsten Stadt der Welt zu einer der innovativsten. Sie sagte das die Bevölkerung von Kolumbien durch die Kolonialisierung und durch Drogen und Kriminalität durch so viel Negatives gegangen ist, dass sie gerade aus Trotz dazu jede Gelegenheit wahr nehmen um das Leben zu genießen und um ausgiebig zu feiern. Auch Drogen seien in der Bevölkerung kein Thema und wenn doch ein Jugendlicher Drogen nimmt, dann wird dies heimlich gemacht und er schämt sich auch dafür. Nachmittags ging ich noch ein bisschen einkaufen und habe mit Michaela geappt. Abends war ich so faul, das ich mich um 17 Uhr hingelegt habe und bis 20 Uhr geschlafen hab. Da Regenzeit ist hat es wiederum die ganze Nacht geregnet.

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Santa Rosa De Cabal, Nähe Manizales. Für die rund 170 km nach Manizales veranschlagte das Navi 2,5 Std. Wofür ich aber ungefähr 7 Std. gebraucht habe. Es wurde viel an der Straße gebaut, so das der Verkehr oft für 30 min. total zum erliegen kam. Die Straße führte hinauf auf über 2500 m Höhe und längere Zeit schön auf dem Bergrücken entlang, so das wunderschöne Aussichten sich ergaben. Zum übernachten habe ich mir die Finca Guayabal ausgesucht. Hier kann ich campen und es ist gleichzeitig eine Kaffeeplantage, wo ich für morgen eine Führung machen will. Beim Abendessen habe ich noch einen Deutschen getroffen. Mit Konrad habe ich ein bisschen geratscht und bin früh zu Bett.

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