Fahrt durch Guatemala

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Semuc Champey. Die rund 180 km von Rio Dulce nach Semuc Champey gingen erst asphaltiert, dann Schotter, und nach einiger Zeit eher Feldwegen gleich, extrem steile einspurige Schotter oder Schlammstraßen, für die ich etwa 6 Stunden brauchte. Landschaftlich ist es sicher eine der beeindruckensten Streckenteile der Reise bis jetzt gewesen. Sanft hügelige Landschaften mit Bergkuliesse und üppiger tropischer Vegetation, schönen Weiden und Ackerbau neben kleinen Dörfern mit traditionell gekleideten Menschen sind eine traumhafte Kulisse. Schöne Flüsse kreuzten meinen Weg genauso wie verschiedene Tiere und wunderschöne Blüten. Ich sah Frauen beim Wäsche waschen, ganze Familene beim Badetage, sowie Leute bei Ihrer Arbeit auf den Feldern. Ein Mann mit einem sehr schwerem Sack mit einem Lappen über seinen Kopf gespannt und seiner Frau gingen meine Richtung und ich nahm sie bis zu Ihrem Haus hin mit. Die Straßen waren immer voll mit Menschen, aber sehr wenigen Autos. Pickups oder LKWs dienten als Busse. Der Weg (ich kann es nicht mehr Straße nennen) wurde auf einmal so steil mit extrem verwaschenen Fahrrinnen und Unebenheiten, das ich teilweise ganz schön ins schwitzen kam, ob diesen Weg mein Auto überhaupt hoch schaffen würde. Teilweise gingen mir auch die Reifen durch, aber ich schaffte es. In dem Ort Semuc Champey, den ich auf etwa 50 Einwohner schätze fand ich sogar einen Campinplatz, wobei ich das einzige Auto war, welches ich entdecken konnte. Ich kochte zu Abend und zahlte mit 2,50 € meinen Campingplatz.

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Frauen beim Wasser holen

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Lanquin. Vormittags bin ich zu den Höhlen am Ortsende gegangen und ich nahm eine Führung durch die Höhle. Es war eine Gruppe mit jungen Leuten aus Australien, Deutschland und Niederlanden. Enrique der Führer gab uns Kerzen mit denen wir in der Höhle Licht hatten. Meist waren wir hüfthoch im Wasser und mussten teilweise auch schwimmen. An einem Ort mussten wir sogar ins Wasser runter springen und an einem anderem Ort auf einem Stein durch ein Loch auch ca. 2 Meter tief ins Wasser springen. Enrique stellte auf der anderen Seite immer eine brennende Kerze auf, so das wir unsere wieder anzünden konnten. Es war ein tolles Erlebnis. Aus der Höhle gekommen kletterten wir 10 m den Wasserfall hoch und die Jungen sprangen alle in die Tiefe. Ich stieg wieder hinunter, denn ich dachte ich bin noch zu jung um zu sterben. Hihi…

Auf dem Fluss bekamen wir Autoreifen und schwammen stromabwärts. Ich fuhr mit der Jugend zu deren Hostal, da es das einzige war welches Geld wechselte. Nach dem Mittagessen fuhr ich die ganze Bagage mit 6 Personen zum Nationalpark. Dort hat es kleinere Wasserfälle und terassenartige Becken mit glasklarem Wasser. Perfekt um meine Drohne steigen zu lassen. Als ich sie startete lies sie sich nicht steuern, schwebte in der Luft, so das ich sie einfing und den Akku zog. Als ich es erneut probierte hob die Drohne ab und schwirrte wie ein wild gewordenes Mosquito davon. Ich konnte nichts steuern. Ich wartete noch 20 min. da der Akku ca. 12 min. Flugzeit erlaubt, in der Hoffnung die Drohne würde zurückkehren, aber leider nicht. Echt blöd, aber es gibt schlimmeres. Später nachmittags fuhr ich noch nach Lanquin, wobei die 9 km ca. 30 min. Fahrzeit braucht. Dabei habe ich noch eine alte Frau mit genommen, die schwer zu tragen hatte. Hier hatte ich auch erstmals wieder wlan.

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San Jose Chirijuyu. In Lanquin bin ich in der Früh zu den Grutas (Grotten) gefahren. Die ausgestellten Bilder überzeugten mich jedoch, das ich mir diese Grotte sparen könnte, da ich ja immerhin schon ein paar angeschaut habe. Somit fuhr ich nach Coban, wobei einer der Burschen die an der Grotte standen mitfahren wollte. Also spielte ich wieder mal Taxi und nahm den Kerle die 60 km nach Coban mit, was wir in ca. 2 Std. bewerkstelligten. Dann fuhr ich nach Guatemala Stadt, wobei ich es vermeiden wollte in dieser Großstadt übernachten zu müssen. Nach 8 Std. Fahrzeit, einem Stau auf der Landstraße wegen Bauarbeiten und einer Stöpselei durch Guatemala Stadt sah ich ein Restaurant in San Jose, in dem ich zu Abend gegessen habe und auf dessen Parkplatz ich direkt neben der Durchgangsstraße übernachtete. Die Fahrt führte von tropischer Vegetation hinauf auf ca. 1200 m, wobei es dann nur noch 21 Grad hatte. Dann führte die Straße wieder hinunter und es wurden wieder 32 Grad. Guatemala Stadt liegt eher in einer kargen Landschaft auf 1700 m Höhe und mein Nachtplatz auf 2100 m wobei es schon recht kühl hier ist.

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Santiago de Atitlan. Die 130 km nach Quetzaltenago welches auf 2400 m Höhe liegt, führte mich auf über 3000m Höhe über die Berge von denen man die Vulcane der Gegend schön sehen konnte. Quetzaltenango ist mit seinen 150.000 EW eine Stadt mit regionalem Flair. Ich parkte mein Auto und ging 2 Stunden spazieren um die Stadt zu erkunden. Da ich gestern wieder mal einen Tope (Abbremshügel in der Fahrbahn) übersehen habe, den ich mit ca. 60 kmh überflog, kam mir heute meine Federung, bzw. Stossdämpfer nicht mehr als ganz in Ordnung vor. Das Auto rappelte teilweise so, das ich anhielt um zu prüfen, ob noch alle Räder fest sind. Dann fuhr ich noch mal ca. 130 km nach Santiago de Atitlan, welches malerisch an einem See liegt, umrandet von Vulcanen. Hier parkte ich am See und ging wieder 2 Std. spazieren. Als ich nach der Dämmerung zurück zum Auto kam, war meines das einzige Auto und es standen 7 Polizisten davor. Als ich fragte, ob es ein Problem gäbe hier zu parken meinten Sie nein, ich müsste nur einem von Ihnen eine Parkgebühr bezahlen, was ich tat, dann hatte ich Ruhe.

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„Rauchfahne“ auf einem Vulcan.

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Antigua Guatemala. Von Santiago de Atitlan fuhr ich den See auf einer oft steilen Schotter oder Sandpiste nach San Marcos. Dies ist laut Lonly Planet Reisebuch das schönste Dorf am Lago de Atitlan. Es hat kleine Gassen mit vielen Cafes und Restaurantes. In alternativen Szenen ist das Dorf auch als energiestarker Ort bekannt, was viele Hippies anzieht. Ich ging schön Mittagessen am See und erkundete das Dorf. Für die rund 23km war gut eine Stunde Fahrzeit nötig. Dann ging es weiter nach Antigua Guatemala. Wobei auch hier die ersten 30 km auf Sand und Schotter mit großen Höhenunterschieden entlang ging und ich für die rund 200 km noch 3,5 Std. benötigte.

Antigua ist die frühere Hauptstadt Guatemalas mit 35.000EW und ein touristischer Magnet. Trotzdem ist es sehr ruhig und entspannt. Ich parkte in der Nähe vom Park Central und ging Abendessen. Bei I-Overlander habe ich einen Nachtplatz Policia Touristica Car Park gefunden, der kostenlos und bewacht ist. Dort waren schon ein paar größere Wohnmobile. Darunter auch 2 Deutsche.

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Antigua Guatemala. Nach dem Frühstück im Bus bin ich mal meine „Nachbarn“ besuchen gegangen. Es war ein MAN mit Aufbau und Autokennzeichen aus Hof. Somit lernte ich Katrin und Hans-Jürgen aus Hof kennen. Die beiden sind in Halifax gestartet und schon 2 Jahre unterwegs. Da Sie den selben Weg haben nach Argentinien kann es gut sein, das wir uns mal wieder treffen. Ich habe Ihr super Fahrzeug anschauen dürfen, und die beiden haben meine „kleinen Details“ von meinem Bulli angeschaut. Den restlichen Tag verbrachte ich damit Antigua anzuschauen und in Cafes und Restaurantes mein Fotobuch und Blog zu schreiben und zu lesen.

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